

Im Interview mit Gabriela John
Mich reizt die Verbindung aus Immobilien, Menschen und sehr unterschiedlichen Lebenssituationen. Keine Immobilie und kein Verkauf ist wie der andere. Besonders wichtig ist mir, komplexe Situationen zu strukturieren, realistisch einzuschätzen und meine Kunden so durch den Prozess zu begleiten, dass sie jederzeit wissen, wo sie stehen und was der nächste Schritt ist.
Mein Ziel ist nicht, möglichst viel, sondern möglichst gut zu vermitteln. Meine Kunden sollen am Ende das Gefühl haben, eine fundierte und richtige Entscheidung getroffen zu haben. Dazu gehören für mich eine realistische Bewertung, sorgfältige Vorbereitung, professionelle Vermarktung und klare Kommunikation während des gesamten Prozesses.
Als Maklerin höre ich zuerst zu, bevor ich Lösungen anbiete. Ich kenne den Markt, bewerte realistisch, bereite sorgfältig vor und spreche auch unangenehme Punkte offen an. Fachwissen allein reicht für mich nicht: Verlässlichkeit, Erreichbarkeit, klare Kommunikation und ein strukturierter Ablauf gehören genauso dazu.
Treffen Sie Immobilienentscheidungen nicht unter Zeitdruck und nicht allein auf Grundlage eines Wunschpreises. Eine realistische Einschätzung und gute Vorbereitung sind meistens wichtiger als ein möglichst schneller Vermarktungsstart. Gerade beim Verkauf entscheidet die Vorbereitung häufig darüber, wie gut der gesamte weitere Prozess läuft.
Beratung bedeutet für mich, meinen Kunden keine Entscheidung vorzugeben, sondern eine belastbare Grundlage dafür zu schaffen. Ich sage offen, wie ich eine Situation einschätze, erläutere Chancen und mögliche Schwierigkeiten und empfehle nur Vorgehensweisen, die ich fachlich vertreten kann. Meine Kunden entscheiden – aber auf Basis klarer und nachvollziehbarer Informationen.
Mein schönstes Erlebnis war nach dem Verkauf einer Penthouse-Wohnung. Die glückliche, neue Eigentümerin und ich saßen spontan mit Prosecco und Antipasti auf dem Boden der Dachterrasse und haben den Sonnenuntergang genossen. Solche Momente machen für mich deutlich, dass es bei Immobilien am Ende eben nicht nur um Quadratmeter und Kaufpreise geht.
Der Immobilienmarkt stabilisiert sich wieder, aber die Zeiten, in denen nahezu jede Immobilie zu fast jedem Preis einen Käufer gefunden hat, sind vorbei. Käufer vergleichen genauer und achten stärker auf Lage, energetischen Zustand, laufende Kosten und einen nachvollziehbaren Kaufpreis. Für Eigentümer bedeutet das: Eine realistische Bewertung und eine gute Vorbereitung werden immer wichtiger. Gut präsentierte Immobilien in gefragten Lagen finden weiterhin ihre Käufer – überzogene Angebotspreise werden dagegen deutlich schneller vom Markt abgestraft.
Besonders großes Potential sehe ich in Baden-Baden und dem direkten Umland. Die Verbindung aus hoher Lebensqualität, begrenztem Immobilienangebot und sehr unterschiedlichen Wohnlagen macht die Region langfristig attraktiv. Aber auch abseits der bekannten Spitzenlagen lohnt sich ein genauer Blick. Entscheidend ist für mich weniger ein Ortsname als die konkrete Mikrolage – manchmal liegen zwischen zwei Straßen bereits erhebliche Unterschiede.
Eine der schwierigsten Aufgaben ist es, wenn die Erwartungen an einen Verkaufspreis und die tatsächliche Marktsituation weit auseinanderliegen. Einfach zuzustimmen wäre bequem, hilft meinen Kunden aber nicht. Ich löse solche Situationen mit nachvollziehbaren Marktdaten, einer offenen Einschätzung und vor allem mit Zeit für das Gespräch. Mein Ziel ist nicht, einen Auftrag um jeden Preis zu bekommen, sondern gemeinsam eine Strategie zu finden, die am Markt auch funktionieren kann.
Der Immobilienmarkt verändert sich ständig – fachlich, rechtlich und technisch. Deshalb gehören für mich Marktberichte und Daten der Gutachterausschüsse ebenso dazu wie Fachinformationen, Fortbildungen und die laufende Beschäftigung mit gesetzlichen Änderungen. Genauso wichtig finde ich die technische Entwicklung: Moderne Vermarktung, digitale Prozesse und neue Möglichkeiten der Immobilienpräsentation gehören heute selbstverständlich zu meinem Beruf. Ich möchte meinen Kunden nicht erklären, wie man es früher gemacht hat, sondern wissen, was heute sinnvoll und möglich ist.
Ehrlichkeit, Fachkompetenz und Verlässlichkeit. Ehrlichkeit, weil meine Kunden eine realistische Einschätzung verdienen – auch wenn sie nicht immer das ist, was sie gerne hören würden. Fachkompetenz, weil Immobilienentscheidungen finanziell weitreichend sind und gute Beratung mehr erfordert als ein schönes Exposé. Verlässlichkeit, weil meine Kunden sich darauf verlassen können müssen, dass Absprachen eingehalten werden und ich sie auch dann begleite, wenn eine Situation einmal komplizierter wird.
Ein Zuhause ist für mich ein Ort, an dem ich mich wirklich wohlfühle und zur Ruhe komme. Dazu gehören nicht nur schöne Räume, sondern auch die Umgebung, Licht, Ausblick und das Gefühl, angekommen zu sein. Eine Immobilie kann beeindruckend sein – zum Zuhause wird sie erst, wenn sie zum Menschen passt.
In einer ruhigen, grünen Lage mit schönem Ausblick und trotzdem kurzen Wegen in die Stadt. Für mich ist die Kombination entscheidend: Natur und Ruhe vor der Tür, aber das Leben nicht weit entfernt.
Unzuverlässigkeit, Ghosting und ein schlechtes Miteinander. Mich ärgert es, wenn Menschen nicht offen miteinander kommunizieren, Absprachen einfach versanden oder Probleme durch Schweigen größer werden. Beruflich ganz besonders, wenn lieber etwas versprochen wird, als ehrlich zu sagen, was tatsächlich machbar ist.
Menschen mit guten Ideen, Spontanität und Lösungen, bei denen man merkt, dass jemand wirklich mutig ist und nachgedacht hat. Mich inspirieren oft gerade die kleinen Details, die aus etwas Gutem etwas Besonderes machen.
Mit Ruhe, Natur und Zeit ohne Termine. Ein schöner Ausblick, ein Spaziergang, gutes Essen oder einfach ein paar Stunden, in denen nichts erledigt werden muss, reichen oft schon aus.
An Dingen, die mit Erinnerungen verbunden sind. Nicht der materielle Wert entscheidet für mich, sondern die Geschichte dahinter und die Menschen, mit denen ich sie verbinde.
Über gute Gespräche, Verlässlichkeit, kleine unerwartete Gesten und über Momente, in denen einfach alles passt. Und natürlich darüber, wenn aus einer schwierigen Aufgabe am Ende eine gute Lösung wird.
Zuletzt habe ich „Umgang mit Einwänden – Von der Kunst, Menschen Entscheidungen treffen zu lassen“ von Georg Ortner und Tanja Sessinghaus gelesen.
Ich bin gerne draußen, gehe schwimmen, genieße Ruhe und Natur und gutes Essen. Außerdem schätze ich Zeit, in der einmal nichts geplant und nichts erledigt werden muss.
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